Penza erklärte, warum ein Glas Wein vor dem Schlafengehen keine volle Pause ersetzt
Viele empfinden ein Glas Wein vor dem Schlafengehen als eine zuverlässige Möglichkeit, sich zu entspannen und schneller einzuschlafen

Viele Menschen empfinden ein Glas Wein vor dem Schlafengehen als eine zuverlässige Möglichkeit, sich zu entspannen und schneller einzuschlafen. In der Tat hat Alkohol eine beruhigende Wirkung und ermöglicht es Ihnen, sich nach 15-20 Minuten zu trennen. Der Schlaf wird jedoch nicht besser - im Gegenteil, Alkohol nimmt ihn buchstäblich vom Gehirn weg. Während der Woche der psychischen Gesundheit erzählte die klinische Psychologin des regionalen Narkologischen Krankenhauses Irina Maksimova, wie Alkohol die Phasen des REM-Schlafes beeinflusst und warum selbst minimale Dosen das Gehirn der qualitativen Genesung berauben.
Nach Ansicht des Experten ist das Ergebnis einer solchen "Ruhe" vielen bekannt: Am Morgen fühlt sich ein Mensch schwer, gereizt, konzentriert und fühlt sich überhaupt nicht geschlafen. Um den Grund zu verstehen, müssen wir uns daran erinnern, dass Schlaf nicht nur eine Abschaltung des Bewusstseins ist, sondern ein komplexer zyklischer Prozess.
Die volle Nachtruhe besteht aus dem Wechsel von zwei Phasen. Langsamer Schlaf ist eine tiefe Phase, in der sich der Körper körperlich erholt und das Gehirn von Stoffwechselabfällen befreit wird. REM-Schlaf ist die Traumphase, in der Emotionsverarbeitung, Gedächtniskonsolidierung und psychologischer Reset auftreten. Wie Maximova feststellt, ist Schlaf ein aktiver Prozess, der von Nervenzentren gesteuert wird, und Alkoholkonsum stört die Produktion von Neurotransmittern und führt zu einem Ungleichgewicht zwischen den Phasen.
Zu Beginn der Nacht unterdrückt Alkohol das zentrale Nervensystem, was den langsamen Schlaf künstlich vertieft, aber gleichzeitig die schnelle Phase praktisch blockiert. Das Gehirn schließt sich buchstäblich ab, ohne seinen Hauptjob der emotionalen Regulierung und des Aussortierens von Erinnerungen zu erledigen. Nach etwa 4-5 Stunden beginnt der Körper, Ethanol zu verarbeiten, der Alkoholspiegel im Blut sinkt und der sogenannte Rebound-Effekt wirkt. Das Gehirn versucht, den Mangel an REM-Schlaf zu kompensieren, indem es seinen Anteil dramatisch erhöht, was zu intermittierenden Albträumen und häufigem Erwachen führt. Der Schlaf wird empfindlich und unruhig, und jedes Rascheln oder Licht kann vollständig aufwachen.
Nach Angaben des Arztes, je höher die Dosis von Alkohol, desto mehr gestört die Phase der REM-Schlaf in der zweiten Hälfte der Nacht. Die Schlafqualität verschlechtert sich selbst bei einem Alkoholgehalt im Blut von 0,2 bis 0,3 ppm merklich. Selbst wenn eine Person acht Stunden lang schlief, waren ihre Schlafmuster gestört. Aufgrund des Mangels an tiefem langsamem Schlaf hat das Gehirn keine Zeit, Toxine zu entfernen, die sich während des Tages angesammelt haben. Ohne richtigen REM-Schlaf verarbeitet das Nervensystem keine negativen Emotionen, so dass nach abendlichem Alkohol die Morgenangst und die Reizbarkeit nur zunehmen. Darüber hinaus unterdrückt Alkohol die Produktion von Melatonin, was oft zu "Morgenschlaflosigkeit" führt: Eine Person wacht um 5-6 Uhr auf und kann nicht mehr einschlafen, obwohl sie vor Müdigkeit von den Füßen fällt.
Chronische Störungen der Schlafarchitektur sind mit dem Risiko von Depressionen, Angststörungen und kognitivem Verfall verbunden. Das Gedächtnis versagt, Reaktionen werden gehemmt und die Nerven gehen durch - das ist nicht nur schlechte Laune, sondern ein Signal, dass das Nervensystem keine Zeit hatte, sich zu erholen. Die einzige Möglichkeit, die Architektur des Schlafes zu beheben, besteht darin, die Idee von Schlaftabletten in einem Glas aufzugeben. Experten raten, die Schlafhygiene zu beachten: Gehen Sie gleichzeitig ins Bett, schlafen Sie in einem kühlen und dunklen Raum. Alkohol sollte durch ein abendliches Ritual ersetzt werden - Kräuterkamille oder Minztee, ein warmes Bad oder das Lesen eines Papierbuches.
Maximova warnt: Wenn eine Person Alkohol verwendet, um Schlaflosigkeit zu bekämpfen, ist dies ein direkter Weg zur Sucht. Bei anhaltenden Schlafstörungen, die auch nach dem Aufgeben von Alkohol anhalten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Qualitätsruhe ist nicht die Anzahl der Stunden im Bett, sondern der richtige Betrieb aller Schlafphasen.



